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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Google weiter auf der Spur des Social Web

Google weiter auf der Spur des Social Web
Googles neue Nutzungsbedingungen

Google wird zum 11. November seine Nutzungsbestimmungen ändern, damit es künftig Empfehlungen und Bewertungen seiner Nutzer für Werbung verwenden kann. Für Nutzer soll sich das Web damit noch sozialer gestalten – zeitgleich werden sie selbst zu Werbefiguren für Unternehmen. Aber ohne Einwilligung der Nutzer geht das nicht – das hat Google im Gegensatz zu Facebook erkannt.

Googles Soziale Netzwerk ist GooglePlus und das soll einmal mehr mit der Google-Suche verknüpft werden. Klickt beispielsweise ein GooglePlus-Nutzer bei einer Marke auf +1 oder schreibt eine Bewertung oder einen Kommentar zu einem Produkt, möchte Google zukünftig diese Informationen für sich und Werbeunternehmen verwenden. So erscheint dann beispielsweise bei der Google-Suche nach Australien-Reisen, die Werbeanzeige eines Trekking-Rucksacks mit einer Bewertung des Rucksacks von einem Google-Bekannten einschließlich seines Profilbildes und seines Namens aus dem GooglePlus-Profil.

Facebooks machts vor

Facebook hat solche gesponserten Meldungen bereits vor Monaten eingeführt – mit erheblicher Kritik der Verbraucher- und Datenschützer. Wie so oft bei Facebook sind die Verwendung des Namens und des Profilbildes für gesponserte Meldungen in den Einstellungen erst einmal für alle Nutzer voreingestellt. Somit stimmt der Nutzer der Verwendung seiner Daten für gesponserte Werbung automatisch bei der Anmeldung zum Sozialen Netzwerk zu. Diese Vorgehensweise von Facebook ist aber datenschutzrechtlich nicht zulässig. Über die pauschale Einwilligung in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann Facebook keine rechtlich wirksame Einwilligung in solche gesponserten Meldungen erhalten. Eine solche Einwilligung muss besonders hervorgehoben sowie bewusst und eindeutig erteilt werden. Da der Nutzer selbst zur Werbefigur eines Unternehmens wird, ist darüber hinaus sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung sowie sein Recht auf Bestimmung über seine Selbstdarstellung beeinträchtigt.

Googles machts nach, aber besser

Im Gegensatz zu Facebook verwendet Google soziale Empfehlungen, d.h. den Namen und das Profilbild für Werbeanzeigen nur, wenn der Nutzer dem aktiv zugestimmt hat. In den Einstellungen im eigenen GoogePlus-Profil, unter „Soziale Empfehlungen“ muss der Nutzer aktiv ein Häkchen setzen, wenn er in die kommerzielle Nutzung seiner Daten für soziale Empfehlungen einwilligt. Eine solche Einwilligung entspricht den datenschutzrechtlichen Vorgaben.

Diese Einstellung gilt aber nur für Werbeanzeigen von anderen Unternehmen. Google behält sich trotzdem das Recht vor, Profilname und Bild in den eigenen Diensten zu nutzen – etwa bei der Google-Suche, bei Google Maps oder Google Play. Da gerade der Google Kosmos mit seinen vielen Diensten sehr weitreichend ist, ist für den Nutzer schwer zu erkennen, für welche Dienste sein Profilbild und sein Name verwendet werden können. Eine Empfehlung kann damit beispielsweise nicht nur im GooglePlus-Profil mit Bild und Namen angezeigt werden, sondern auch in der Google-Suche.

Besonderer Schutz von Minderjährigen

Im Gegensatz zu Facebook wird Google soziale Empfehlungen nicht für Minderjährige verwenden. Alles was Nutzern unter 18 Jahren empfehlen, bewerten oder kommentieren, wird in Anzeigen und bestimmten anderen Kontexten nicht angezeigt. Dieser besondere Schutz von Minderjährigen ist positiv.

Weitere Informationen: 
  • 14. Oktober 2013
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