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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Update: Online shoppen und Barzahlen – wie passt das zusammen?

Update: Online shoppen und Barzahlen – wie passt das zusammen?
Zahlungsart Barzahlung

Online shoppen ohne Kreditkarte, Vorauskasse oder Lastschrift? Keine Preisgabe von sonstigen Zahlungsdaten? Der Dienst „Barzahlen“ macht´s möglich. Wir haben die neue Bezahlmöglichkeit näher unter die Lupe genommen und erklären die Vor-und Nachteile.

Stundenlanges Recherchieren im Internet nach einem bestimmten Produkt und am Ende scheitert der Kauf für manche an den angebotenen Bezahlmöglichkeiten: Zahlung nur gegen Vorauskasse, per Lastschrift oder Kreditkarte und nur durch Preisgabe der persönlichen Zahlungsdaten. Dieses sind mitunter Gründe, weshalb Verbraucher aus Unsicherheit, Misstrauen oder gar schlechten Erfahrungen nicht oder nur zurückhaltend im Internet einkaufen.

Doch damit soll nun Schluss sein.
Denn ein neuer Dienst im Internet namens „Barzahlen“ ermöglicht Verbrauchern den Einkauf im Internet ohne Preisgabe ihrer Zahlungsdaten. Dieser Bezahldienst funktioniert so: Der Verbraucher geht wie gewohnt im Internet shoppen und wählt unter den Zahlungsarten die Variante „Barzahlen“. Daraufhin erhält er einen Zahlschein, alternativ kann er sich auch einen Code per SMS auf sein Handy senden lassen. Den ausgedruckten Zahlschein oder den Bezahl-Code legt er dem nächstgelegenen Barzahlen-Partner vor und entrichtet den Kaufpreis direkt in einem Ladengeschäft. In Echtzeit erhält der Verkäufer die Meldung über die Zahlung, so dass dieser die Ware sofort an den Käufer nach Hause versenden kann.

Alles Gute ist nie beisammen

Zweifelsohne liegt der Vorteil, nämlich beim Online-Shoppen keine sensiblen Finanzdaten im Internet preisgeben zu müssen, auf der Hand. Vor allem jüngere Menschen, die in der Regel noch keine Kreditkarten besitzen, kein Online-Banking praktizieren oder dem Reiz des grenzenlosen Einkaufens bis hin zur Verschuldung eher erliegen, bietet diese Bezahlvariante eine Möglichkeit, im Internet einkaufen zu gehen und die Kosten zu kontrollieren.

Wichtig: Ausbau des Angebots und kurze Wege zur nächten Bezahlstelle

Dem stehen aber auch einige Unwägbarkeiten gegenüber. Zum einen wird der Barzahlen-Dienst bislang nur von wenigen Online-Shops angeboten. Hinzu kommt, dass die Barzahlung nicht bei jedem x-beliebigen Vor-Ort-Einzelhändler praktiziert werden kann. Derzeit wird dieser Dienst primär nur von einer Drogerie-Kette angeboten. Erst ein Ausbau der beteiligten Einzelhändler wird dem Barzahlen aber zum Durchbruch verhelfen, so dass Verbraucher in vielen Geschäften in ihrer Umgebung die Zahlungen der Online-Einkäufe vornehmen können. Für den Verbraucher, aber auch für den Einzelhändler kann dann das Nützliche mit dem Praktischen verbunden werden und das eine oder andere Haarshampoo oder Duschbad landet ebenfalls im Einkaufskorb und zur Zahlung an der Kasse im Geschäft.

Widerrufsrecht gilt auch hier

Eine spannende Frage bleibt: Gelten bei dieser Art des Einkaufs auch die Regeln zum Schutz von Fernabsatzgeschäften? Hat der Käufer nach dem Kauf in einem Onlineshop, und vor oder nach erfolgter Bezahlung, das Recht den Kaufvertrag zu widerrufen? Immerhin handelt es sich nicht um einen ausschließlichen Onlinekauf, da sich der Käufer zum Bezahlen in ein Ladengeschäft begeben muss. Nach unserer Überzeugung kann der Käufer im Rahmen eines Barzahlenkaufs den Vertrag gemäß den fernabsatzrechtlichen Vorschriften widerrufen. Der Schutzzweck dieser Regelungen umfasst alle über „die Ferne“ abgeschlossenen Verträge zum Beispiel per Telefon, E-Mail oder über Webformulare im Internet, bei denen der Käufer die Ware oder Dienstleistung vorab nicht näher überprüfen kann wie in einem Geschäft. So verhält es sich auch beim Barzahlenkauf: Der Käufer kann das bestellte Produkt keiner weiteren Überprüfung unterziehen. Folglich muss er auch die Möglichkeit haben, den Vertrag zu widerrufen, ungeachtet dessen, dass er sich zuvor zum Bezahlen in ein Ladengeschäft begeben hat.

Augen-auf

Verbraucher sollten sich im Falle der Auswahl der Zahlungsart Barzahlung vorab darüber informieren, dass der Internet-Shop-Betreiber nicht noch eine zusätzliche (prozentuale) Gebühr auf den Warenwert berechnet. Bedenken sollten Verbraucher auch, dass im Falle der Rücksendung eines Produktes an den Verkäufer derzeit der Kaufpreis in der Drogeriemarktkette nur bis zu einer Höhe von 300,00 Euro erstattet wird. Alternativ kann sich der Käufer den Kaufpreis auch direkt über den Dienst Barzahlen erstatten lassen.

Fazit

Bei einem weiteren Ausbau des Filialnetzes und bei einer größeren Beteiligung weiterer Shops könnte die Zahlungsart Barzahlen für viele Verbraucher eine interessante Alternative sein. Durch die Möglichkeit des Barzahlens kann das bei Verbrauchern erschütterte Vertrauen begegnet und die Ängste vor Datenmissbrauch beim Einkaufen im Internet genommen werden.

  • 26. September 2013
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