Skip to content Skip to navigation

Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

“Freundefinden” mittels Office 2013?

“Freundefinden” mittels Office 2013?
Office 2013: Upload des Outlook-Adressbuches zu Facebook

Ende Januar hat Microsoft sein neues Office 2013 veröffentlicht. Damit ist es nun ohne Zusatzsoftware möglich, sein Outlook direkt mit ausgewählten Sozialen Netzwerken, wie Facebook, zu verbinden. Der Abgleich der Kontakte erfolgt, nach Aussage von Microsoft-Mitarbeitern, über die E-Mail-Adressen, die dazu an die Sozialen Netzwerke übertragen werden müssen. Damit werden Daten der jeweiligen Kontakte an Facebook weitergeben, die selbst aber keine Einwilligung in das Importieren, Speichern und Verwenden ihrer Daten gegeben haben.

Das Surfer-haben-Rechte-Team war auf der diesjährigen CeBIT. Dort haben wir uns am Microsoft-Stand das neue Office 365 bzw. Office 2013 zeigen lassen. Als uns jedoch das aktuelle Outlook vorgeführt wurde, machte uns ein Punkt stutzig:

Das Programm kann nun direkt mit Sozialen Netzwerken, wie Facebook, verknüpft werden. Der Nutzer hat nach Aussage der Microsoft Mitarbeiter den Vorteil, dass die Kontakte in seinem Outlook-Adressbuch mit den entsprechenden Daten und Fotos aus den Sozialen Netzwerken angereichert werden, wenn die Kontakte dort ein Konto haben. Auf unsere Nachfrage, wie die Daten abgeglichen werden, sagte man uns, dass dies über die E-Mail-Adressen erfolgen würde.

Dies stellt aber in unseren Augen ein großes Problem dar: Die E-Mail-Adressen aller Kontakte werden zu den Sozialen Netzwerken übertragen. In der Regel haben die jeweiligen Kontakte dieser Datenübertragung nicht zugestimmt und wollen dies vielleicht auch gar nicht. Ferner konnten uns die Microsoft-Mitarbeiter nicht sagen, welche Daten noch von den Sozialen Netzwerken über diese Schnittstellen abgefragt und dort gespeichert werden.

Freundefinden bei Facebook

Im Frühjahr 2012 hat das Landgericht Berlin einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands in einem ähnlichen Fall stattgegeben und entschieden, dass Facebook mit seinem „Freundefinder“ gegen Verbraucherrechte verstoße. Durch den „Freundefinder“ sollte es den Nutzern erleichtert werden, ihre Kontakte auf Facebook zu finden. Doch nach Ansicht des Gerichts wurden die Verbraucher nicht ausreichend darüber aufgeklärt, dass damit ihr gesamter Datenbestand – darunter auch Daten von Nicht-Mitgliedern – an Facebook übertragen wird.

Microsoft muss den Datenschutz verbessern

Microsoft würde gut daran tun, bei der Fortentwicklung ihrer Office-Lösung dieses Urteil zu bedenken und den Schutz der Daten seiner Nutzer zu verbessern. Die Nutzer müssen informiert werden, welche Daten zu welchen Zwecken an die Sozialen Netzwerke übertragen werden. Außerdem sollte es nur möglich sein, einzelne Kontakte – die eingewilligt haben – mit den Sozialen Netzwerken abzugleichen. Insbesondere Daten von Personen, die nicht Mitglieder der Sozialen Netzwerke sind, dürfen nicht weiter gegeben werden.

Weitere Informationen: 
  • 11. März 2013
  • Kommentare: 0
Schlagworte: