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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Interview zu Kostenfallen

Interview zu Kostenfallen
Nicht verunsichern lassen

Rechnung bekommen, aber keine Ahnung wofür? Kostenfallen sind ein großes Verbraucherärgernis. Kurz und knapp erläutert Martin Madej vom Verbraucherzentrale Bundesverband, wie Sie sich am Besten verhalten.

Kostenfallen sind ein großes Ärgernis. Im Interview erläutert Martin Madej, der für den Verbraucherzentrale Bundesverband schon viele Verfahren gegen Betreiber solcher Webseiten geführt hat, wie sich Betroffene verhalten sollten.

Immer wieder schreiben uns Verbraucher, sie hätten eine Rechnung bekommen, obwohl sie nicht wüssten, wofür. Wie kommt das?

Das liegt vornehmlich daran, dass Verbraucher oft nicht bemerken, wenn sie in eine Kostenfalle geraten und dabei vermeintlich einen Vertrag abgeschlossen haben sollen, indem sie sich zum Beispiel Software heruntergeladen haben, die an und für sich kostenlos ist.

Muss ich die Rechnung denn bezahlen? Oder kann ich sie auch einfach wegwerfen?

In aller Regel ist der Verbraucher auf Grund der Gestaltung der Internetseiten davon ausgegangen, dass das Angebot keine Kosten verursachen wird. Juristisch gesprochen liegt damit ein Dissens vor, der dazu führt, dass ein Vertrag zwischen den Parteien nicht zu Stande gekommen ist. Insofern besteht auch keine Verpflichtung, die Rechnung zu begleichen. Daneben kann er den vermeintlichen Vertrag aber vorsorglich anfechten und widerrufen. Wegwerfen sollte man die Unterlagen aber lieber nicht.

Was sollten Verbraucher stattdessen tun?

Wir raten den Verbrauchern dazu, sich einmal, am Besten per Einschreiben mit Rückschein, gegenüber dem Anbieter zu erklären. Musterschreiben dafür finden sich auf den Seiten der Verbraucherzentralen. Wichtig ist, dass der Verbraucher sich nicht verunsichern lässt. Weitere Schreiben sind wahrscheinlich, aber beachten muss er diese eigentlich nicht. Das gilt auch für Schreiben, die von Anwälten oder Inkassobüros geschickt werden. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus kommt, muss er tätig werden und gegenüber dem Gericht widersprechen.

Wie kann ich denn vermeiden, noch einmal in eine Kostenfalle zu geraten?

Achten Sie beim Surfen im WWW darauf, wo Sie Ihre Daten angeben. Gerade bei solchen Dingen, die eigentlich kostenlos sind, sollten Sie stutzig werden sobald zum Beispiel nach Ihrer Anschrift gefragt wird.

  • 28. Juli 2010
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