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Lebensmittelbestellung im Netz: Das sollten Sie wissen

Lebensmittelbestellung im Netz: Das sollten Sie wissen
Meldung: Lebensmitteleinkauf im Netz

Vom Socken-Abo über Bücher und Regale ist im Netz heute alles bestellbar. Auch Lebensmittel gehören dazu. Doch bevor man Konservendosen, Erdbeeren oder frische Bio-Eier per Mausklick zu sich kommen lässt, sollte man einiges wissen.

Es klingt so bequem: vom Büro, aus dem Zug oder von einem anderen Ort aus eben schnell Lebensmittel nach Hause ordern. Ist das nicht praktisch? Ja, aber nur beschränkt. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, wie Lebensmittel via Internet bestellt werden können. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, bei großen Lebensmittelketten online Ware zu bestellen, die Ihnen entweder beim nächsten Supermarkt in der Nähe zur Abholung bereitgestellt oder nach Hause geliefert wird.

Die Abholung im Supermarkt hat dabei einen Nachteil: Sie sind wieder an die Öffnungszeiten des Ladens gebunden!

Praktischer ist es also, den Lieferservice zu nutzen. Bei manchen Anbietern liefern spezielle Dienstleister die Waren aus. Je genauer Sie dort angeben können, wann geliefert werden soll, umso komfortabler für Sie. Nur zuhause müssen Sie sein. Wenn die Ware per Paketdienstleister zugestellt wird, kann es unpraktisch werden. Die Paketdienstleister können oft nicht so genau sagen, wann genau sie liefern werden – und Sie oder ein anderer Empfänger müssen dann während der gesamten Zeit am Lieferort anzutreffen sein. Wenn nicht, landet die Ware oft genug in einer Packstation oder an einer Abholstelle wie dem Postamt oder bei anderen Paketlieferdiensten, häufig einem Kiosk. Dann müssen Sie sich wieder nach deren Öffnungszeiten richten.

Noch etwas ärgerlicher: wer zum Beispiel „frische Bio-Erdbeeren, lieferfertig in zwei bis drei Tagen“ bestellt hat und dann den Lieferanten verpasst, kann mit dem Produkt wohl kaum noch etwas anfangen. Und auch Waren wie Milch, Eier und Wurst freuen sich nicht über viel Bewegung, Witterungsschwankungen und fragwürdige Lagerungsbedingungen. Zurückschicken kann man derartige Ware auch nicht. Denn der Gesetzgeber hat festgelegt, dass kein Widerrufsrecht besteht, sofern es sich um die Lieferung von Waren handelt, die „auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben können oder deren Verfallsdatum überschritten würde“. Hier trägt der Verbraucher also das Risiko. Bei lange haltbaren Lebensmitteln wie Konserven ist das naturgemäß kein Problem. Aber auch diese Ware kann beschädigt beim Kunden ankommen. Dann greifen die normalen vertragsrechtlichen Bestimmungen, wie sie auch ansonsten beim Onlineeinkauf gelten. Wer sich jedoch Lebensmittel oder Haushaltsgegenstände des täglichen Bedarfs durch regelmäßige Verkaufstouren wie zum Beispiel den Pizzaservice, den Getränkelieferant oder einen Tiefkühlkostdienst anliefern lässt, kann ebenfalls nicht widerrufen.

Häufig verlangen Anbieter vom Kunden eine Versandkosten-, Bereitstellungs- oder Lieferpauschale, die den kleinen Komfortgewinn unter Umständen sehr verteuern kann. Und auch der Hinweis „Versand auf eigene Gefahr“ wie bei der oben abgebildeten Eierpackung kann schnell zu Frust führen. Wer also online Lebensmittel einkaufen möchte, sollte:

  • auf eine zu schnelle Verderblichkeit sowie
  • mögliche Transportauswirkungen auf die Waren achten
  • auf jeden Fall dafür Sorge tragen, dass bei Lieferung jemand an der angegeben Adresse anzutreffen ist
  • und sich über sämtliche „Nebenkosten“ vorab informieren.

Sonst ist der Ärger schnell größer als die angestrebte Zeitersparnis.

  • 13. Juli 2010
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